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Geschichte des Gebäudes

Ende Mai 1839 wurde in Vaihingen/Enz angekündigt, daß ein neues Oberamtsgerichts- und Oberamteigebäude unter einem Dach mit den nötigen Nebengebäuden errichtet werden soll. Die Handwerksleute, "welche sich über ihre Tüchtigkeit durch Zeugnisse und über ihr Vermögen, welches in Zahlen ausgedrückt sein muss, durch oberamtlich beglaubigte Attestate auszuweisen haben", wurden zur Abgabe von Angeboten für die im einzelnen genannten und als Überschlag kostenmäßig bezifferten Arbeiten aufgefordert.

Das im wesentlichen schlicht und zweckentsprechend gegliederte Gebäude hat im Erdgeschoss einen dreiachsigen, säulengetragenen Eingang, darüber entsprechend eine Rundbogen-Fenstergruppe, im Giebeldreieck dominierend eine "Serliana" mit ausgeprägt klassizistischer Rahmung. Diese Motive und ihre Ausbildung bestimmen den klassizistischen Charakter des Gebäudes, wie er für die Entstehungszeit als moderner Stil galt (zitiert aus der Oberamtsbeschreibung von 1856).

Fertiggestellt wurde das Gebäude am Dienstag, den 28. Juli 1840. Aus diesem Anlass wurde im Amtsblatt ein Gedicht veröffentlicht, welches mit folgenden Worten endet:

"Der Gute fürchte nicht des Richters Schwert,
den Friedlichen hält der Beamte wert.
Drum gehe jeder, der nichts Böses tut,
an dem Gerichtspalaste frei vorüber,
doch zieh' er ehrerbietig seinen Hut."

Um das Gebäude herum entstanden noch das Oberamtsgefängnis (1842-1844), das Amtsgerichtsgefängnis (1857/58) und später das Evangelische Dekanat (um 1870). Damit entwickelte sich dieser Bereich der damaligen "Heilbronner Vorstadt" zum neuen Verwaltungszentrum der Stadt.
Wegen der dichten Ansammlung mehrerer öffentlicher Gebäude im heutigen Kreuzungsbereich von Heilbronner Straße und Friedrichstraße ist dieses Viertel sowohl heimatgeschichtlich als auch denkmalschützerisch interessant.

Heute ist in dem Gebäude im linken südlichen Teil das Amtsgericht Vaihingen/Enz, im rechten nördlichen Teil das Polizeirevier Vaihingen/Enz untergebracht.

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